Es gibt keine festgelegten DIN für die Größen von Fenster, sondern sogenannte Richtmaße von Fenster, die sich an der Mauerwerks-DIN (DIN18101) orientieren. Trotzdem gibt die DIN 18050 so genannte Rohbaurichtmaße (RR) für Fensteröffnungen an. Diese Richtmaße beziehen sich wie die Standardtürmaße auf das Ziegelmodul (12,5 cm). Die DIN 4172 Maßordnung im Hochbau definiert dazu die beiden Begriffe Baurichtmaß und Nennmaß. Das Grundmaß für die Bauöffnungen ist, wie bei allen anderen zum Rohbau gehörigen Maße auch, das Achtelmeter. In dieser DIN sind die Mauermaße geregelt die auf einem Rastermaß mit 12,5 cm (11,5 cm breiten Mauersteinen zuzüglich der Mauerwerksfuge von 1 cm) richten. Daraus ergeben sich Standardbreiten und -höhen, die das Öffnungsmaß, Augenmaß und Vorsprungsmaß definieren.

Merke: Baurichtmaße sind immer ein Vielfaches von 12,5 cm, und zwar sowohl in der Breite als auch in der Höhe.

Die daraus ergebenen Öffnungen sind beispielsweise 101, 112,5 oder 125 cm, die abzüglich einer Montagefuge (von ca. 1,5 cm) bestimmte Fenstermaße ergeben. Ergibt sich beispielsweise eine Mauerwerksöffnung von 101 cm, entspricht es einer Fensterbreite von 98 cm (101 cm – 1,5 cm je Seite für die Fuge = 98 cm). 

Die Normgrößen der Rohbaumaße für Fenster sind wieder das Nennmaß plus umlaufenden Spalt von 1 cm Es ist allerdings völlig problemlos, das Maß auf 1,5 cm (also um weitere 5 Millimeter) zu erweitern. Das einzigste was beachtet werden sollte, ist, dass die Öffnung nicht zu eng werden darf, andernfalls muss vor dem Einbau der Fenster die Öffnung verbreitert werden.

Dies sind gängigen Fenstermaße auch „Standardgrößen“ für normale Fenster. Sobald Sondermaße notwendig werden, werden die Fenster speziell manuell gefertigt und dadurch kostspieliger. Statt in extravagante Fenstergrößen zu investieren, bietet die Wahl von einem Normmaß erhebliche Vorteile. Die Fenster können mit Spezialbeschichtungen oder verbesserten Einbruchschutz besser aufgewertet werden.

Richthöhen für Fenster

Die DIN Normmaße für das Außenmaß von Fenster liegen immer 125 mm oder 12,5 cm auseinander.

Die Standard-Höhen für Rohbauöffnungen von Fenstern sind:

  • 375 Millimeter
  • 500 Millimeter
  • 625 Millimeter
  • 750 Millimeter
  • 825 Millimeter
  • 1000 Millimeter
  • 1125 Millimeter
  • 1250 Millimeter
  • 1375 Millimeter
  • 1500 Millimeter
  • 1625 Millimeter
  • 2000 Millimeter
  • 2125 Millimeter
  • 2250 Millimeter

Für einflügelige Fenster gelten folgende Rohbau-Richtmaße in der Breite:

  • 375 Millimeter
  • 500 Millimeter
  • 625 Millimeter
  • 750 Millimeter
  • 875 Millimeter
  • 1000 Millimeter
  • 1125 Millimeter
  • 1250 Millimeter
  • 1375 Millimeter
  • 1500 Millimeter
  • 1625 Millimeter
  • 2000 Millimeter

Bei zweiflügeligen Fenstern bietet die Norm folgende Rohbau-Richtmaße in der Breite an:

  • 750 Millimeter
  • 875 Millimeter
  • 1000 Millimeter
  • 1125 Millimeter
  • 1250 Millimeter
  • 1375 Millimeter
  • 1500 Millimeter
  • 1625 Millimeter
  • 2000 Millimeter
  • 2125 Millimeter
  • 2250 Millimeter
  • 2375 Millimeter
  • 2500 Millimeter

 

Die gängigsten Maße sind:

Einflügelig

  • Breite: 1000 – 1500 Millimeter
  • Höhe: 750 – 1500 Millimeter

Zweiflügelig

  • Breite: 1500 – 2500 Millimeter
  • Höhe: 750 – 1500 Millimeter

Balkontür Einflügelig

  • Breite: 875 und 1000 Millimeter
  • Höhe: 2000 – 2250 Millimeter

 

Aber Achtung: Die Norm „DIN 5034 Tageslicht in Innenräumen“ bietet Hilfen zur Berechnung der Mindestfenstergröße.

Vorgeschriebener Belichtungsanteil nach Bundesland
Mindestanteil an der Raumgrundfläche
Baden-Württemberg 10,0 %
Bayern 12,5 %
Berlin ausreichend
Brandenburg 12,5 %
Bremen 10,0 %
Hamburg 12,5 %
Hessen 10,0 %
Mecklenburg-Vorp. 12,5 %
Niedersachsen 12,5 %
Nordrhein-Westphalen 12,5 %
Rheinland-Pfalz 10,0 %
Saarland 10,0 %
Sachsen 12,5 %
Sachsen-Anhalt 12,5 %
Schlesw.-Holst. 12,5 %
Thüringen 12,5 %

 

 

Türen richtig ausmessen

Die eben erwähnte DIN 18100 legt mit der DIN 18101 bestimmte Maße für einflügelige und zweiflügelige Türen fest. Dadurch ergeben sich sogenannte „Standardgrößen“ für Türen. Diese werden meistens von Herstellern verwendet, um standardisierte Größen herzustellen und anzubieten: Dadurch passen bei einer Einhaltung dieser Maße Zargen, Türblätter und Türbänder immer wodurch auch ein späterer Austausch der Blätter unproblematisch erfolgen kann.

Man unterscheidet in Öffnungsbreite und Öffnungshöhe.

  • Die Öffnungsbreite im Mauerwerk (Maueröffnungsmaß) wird berechnet, indem man das Baurichtmaß  um 10 Millimeter erweitert.
  • Die Öffnungshöhe (Maueröffnungsmaß) wird berechnet, indem man das Baurichtmaß um 5 Millimeter erweitert

Richthöhen und -breiten für Türen und Innentüren

Damit die Tür später in die Mauer passt, muss zwischen Rohbaumaß und Türblattaußenmaß unterschieden werden: Das Rohbaumaß ist das Maß, dass an der Rohbau-Öffnung abgenommen wird: Es gibt dieses Maß einmal in der Höhe, Breite und Wandstärke.

Die Höhe des Rohbaumaßes ermittelt sich, wenn man von Oberkante Fertigfußboden bis Unterkante der Maueröffnung (Türstoß) misst. Die Breite ergibt sich von Wand zu Wand. Die Wandstärke ermittelt sich bei der Dicke der Wand, wobei die auf der Wand liegenden Materialien, z.B. Tapete, Fliesen  oder Putz dazugerechnet werden muss. Gemessen wird oben, Mitte und unten!

Wenn Abmessungen unterschiedlich sind, sollte mehrmals gemessen werden. Ist die Höhe oder Breite an unterschiedlichen Stelle verschieden,  sollte vom geringeren Rohbaumaß ausgegangen werden. Ist die Wandstärke unterschiedlich vom größeren Rohbaumaß ausgehen!

Die DIN Normmaße für das Türblattaußenmaß von Innentüren liegen immer 125 mm oder 12,5 cm auseinander.

Die gängigsten Kombinationen:

875 mm x 1.875 mm

875 mm x 2.000 mm

875 mm x 2.125 mm

1.000 mm x 2.000 mm

Normgrößentabelle für 1-flügelige Türen

Breite in mm:

Baurichtmaß
nach DIN 18100
625 750 875 1000 1125 1250
Mauer­öffnungs­maß 635 760 885 1010 1135 1260
Türblattaußenmaß
gefalzt
610 735 860 985 1110 1235
Türblattaußenmaß
stumpf einschlagend
584 709 834 959 1084 1209

Normgrößentabelle für 1-flügelige Türen

Höhe in mm:

Baurichtmaß
nach DIN 18100
1875 2000 2125
Mauer­öffnungs­maß 1885 2010 2135
Türblattaußenmaß
gefalzt
1860 1985 2110
Türblattaußenmaß
stumpf einschlagend
1847 1972 2097

 

Gibt es speziell für Haustüren eine Standardgröße?

Haustüren werden meistens individuell gefertigt, aber es gibt Abmessungen von bestimmten Haustürmodellen, die sich an den üblichen Maßen (siehe oben und unten) richten, um Haustüren auf Lager halten zu können: Ein Blendrahmenaußenmaß von 1100 x 2100mm (Breite mal Höhe) ist die gängige Standard-Größe einer Haustür. Das Blendrahmenaußenmaß ist nicht gleich zu setzen mit dem Türblattaußenmaß! Die Außenmaße der Haustüre werden als Blendrahmenaußenmaße bezeichnet: Darunter versteht man die äußeren Abmessungen einer Haustüre: Von Links nach Rechts in der Breite: Es wird auch der Rahmen, der sogenannte Blendrahmen in die Berechnung mit einbezogen! Bei der Bestellung von Haustüren muss zum Beispiel das gewünschte Gesamtmaß der Haustür inklusive eventuellen Rahmenverbreiterungen angegeben werden.

Haustür-Höhe ausmessen: Ausmessen der Türhöhe im Neubau

Zur Berechnung der benötigten Haustür-Höhe wird im Neubau das lichte Maß genommen: Das lichte Maß bedeutet die vorhandene Öffnung in der Mauer = Mauer­öffnungs­maß

  • Das lichte Maß (Mauer­öffnungs­maß) wird gemessen indem die Höhe der Öffnung in der Wand vermessen wird. Am besten die benötigte Bestellhöhe im Neubau an zwei Stellen, also rechts und links messen.
  • Von den beiden Messwerten wird der kleinere Wert als Grundlage genommen und die Bestellhöhe durch das Abziehen von 20 Millimetern ermittelt.
  • Neben der Bestellhöhe muss zusätzlich auch der gewünschte oder vorhandene Fußbodenaufbau einkalkuliert werden:
    Sie müssen also ausmessen, welche Rahmenverbreiterung für die neue Haustür benötigt wird. Diese Rahmenverbreitung wird zusätzlich neben der Haustür an die Haustür montiert, um Höhen auszugleichen, um zum Beispiel Schwelle und Fußbodenaufbau bündig abzuschließen.

 

Beispiel:

Wenn die Höhe der Maueröffnung 2200 mm misst, dann ist das Bestellmaß 2180 mm (2200 mm – 20 mm = 2180 mm). Es werden also 20 mm von der Höhe abgezogen um genug Platz für den Einbau (Ausrichten und Abdichten) zu erhalten. Der Fußbodenaufbau ist zum Beispiel 150 mm hoch, weshalb als Rahmenverbreiterung für die Haustür 140 mm einkalkuliert wird, um Schwelle und Fußbodenaufbau bündig abzuschließen (150 mm – 10 mm = 140 mm). Die Rahmenverbreiterung ist nicht Bestandteil der Haustür-Höhe, sondern wird separat bestellt. Die Rahmenverbreiterung ist ein zusätzliches Modul an der Haustür.

 

Haustür-Breite ausmessen: Ausmessen der Türbreite im Neubau

  • Auch hier wird für die Breite der Haustür zwischen der Maueröffnung an zwei separaten Stellen gemessen: Also oben und unten.
  • Vom kleineren Wert werden 20 Millimeter abgezogen, um die benötigte Bestellbreite zu ermitteln. Diese 20 Millimeter sind wie in der Ermittlung der Höhe wichtig, um später die Haustür einbauen zu können (Ausrichtung und Abdichtung).

 

Beispiel:

Wenn eine Haustürbreite von 1260 mm gemessen wird, dann ist das Bestellmaßfür 1240 mm (1260 mm- 20 mm = 1240 mm). Auch in der Breite gibt es sogenannte Rahmenverbreiterungen. Diese Rahmenverbreiterungen werden neben der Haustür-Breite gemessen. Diese sind wie in der Haustür-Höhe zusätzliche Module, die an die Haustür montiert werden können. 

Warum Rahmenverbreiterungen? Wann sind diese wichtig?

Besonders fällt bei der Sanierung eines Altbaus sind Rahmenverbreiterungen üblich: Mit Rahmenverbreiterungen bzw. Aufdopplungen lassen sich Türen auf die individuellen Maße Vorort anpassen. Die Rahmenverbreiterungen werden an den Rahmen der Haustür oder Nebeneingangstür geschraubt und das Rahmenaußenmaß entsprechend erweitert.

 

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